Kultur
Lehrpfad: Die Franzosenstraße
Ein Meisterwerk des Straßenbaus am Fuße des Biokovo-Gebirges
Die Franzosenstraße am Biokovo ist ein außergewöhnliches Zeugnis der Ingenieurskunst aus dem frühen 19. Jahrhundert (erbaut zwischen 1810 und 1811). Entworfen von dem Architekten Frane Zavoreo, verläuft die Straße an den Hängen des Biokovo auf einer Höhe zwischen 357 und 444 Metern über dem Meeresspiegel. Mit einer Steigung von maximal 6 % war sie so konzipiert, dass sie für Pferdekutschen, Reiter und Wanderer gleichermaßen angenehm zu bewältigen war.
Da die Straße nie ganz fertiggestellt wurde, bietet sie heute die seltene Gelegenheit, alle Phasen ihrer Entstehung wie in einem „Freilichtmuseum“ nachzuvollziehen. Entlang des Weges installierte Schautafeln erläutern die Bauweise und den Zweck dieses wertvollen Denkmals. Neben ihrer historischen Bedeutung dient die gesamte Strecke als spektakulärer Aussichtspunkt mit Blick auf Brela, die Riviera von Makarska und die vorgelagerten Inseln.
⚠️ WARNHINWEIS: Auch wenn die Steigung sanft ist, handelt es sich um einen Bergpfad. Bitte tragen Sie festes Schuhwerk und führen Sie ausreichend Trinkwasser mit sich.
Für alle, die mehr wissen wollen
Während ihrer Herrschaft in Dalmatien (1808–1813) errichteten die Franzosen in kürzester Zeit eine Straße entlang der gesamten Provinz – von Obrovac bis zur Bucht von Kotor. Sie ist als „Napoleonstraße“ oder „Franzosenstraße“ bekannt und entstand unter der Leitung von Napoleons Feldherrn und Herzog von Dubrovnik, Auguste Marmont. Die kroatische Geschichte erinnert an ihn aufgrund zahlreicher fortschrittlicher Maßnahmen, die er als Militärbefehlshaber von Dalmatien und Gouverneur der Illyrischen Provinzen in den kroatischen Gebieten umsetzte.
Dieser Teilabschnitt sollte über die Pässe Nevista und Poletnica (Brela Gornja) das Küstengebiet von Makarska mit der Franzosenstraße im Hinterland (Zabiokovlje) verbinden. Die lokale Bevölkerung wurde zum Bau herangezogen und für ihre Arbeit mit Lebensmitteln entlohnt. Mit dem Rückzug der französischen Armee blieb dieser Abschnitt leider unvollendet, doch die eindrucksvollen Reste der Trockensteinmauern unterhalb von Nevista und Poletnica sind bis heute erhalten geblieben.
Warum ist diese Straße so besonders?
Ein Triumph der Technik: Nirgendwo sonst unter den erhaltenen Beispielen französischer Straßen in Dalmatien lassen sich Bautechnologie, Trassierung und Bauphasen so deutlich nachvollziehen wie hier.
Respekt vor der Natur: Die Planung zeugt von einem tiefen Verständnis für die Geländekonturen. Der Architekt, ein Mann mit großem Wissen und Erfahrung, legte die Trasse meisterhaft nach den besten Standards des damaligen modernen Straßenbaus an.
Kulturerbe: Aufgrund ihres außergewöhnlichen Wertes wurde die Straße am 25. September 2017 offiziell in das Register der Kulturgüter der Republik Kroatien aufgenommen.
















