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Tourismusgeschichte

 

Wenn man über die Anfänge des Tourismus in Brela spricht, wird man unumgänglich auf den Bischof von Makarska stoßen, Nikola Bjanković. Er wurde 1645 in Split geboren wurde und starb 1730 in Makarska, wo er in der Kathedrale des Hl. Markus beigesetzt wurde. Der Bischof begründete in einem Vorort von Brela, Soline, ein Oratorium des Ordens Hl. Philip Nerius sowie die Kirche der Muttergottes von Karmel. Er ist ebenso als ein großer Verehrer der Natur von Brela in Erinnerung geblieben.Seine Freizeit nutze er häufig für einen Besuch in Brela, wo er unter einer der ältesten und schönsten Kiefern, die aus einem Fels entsprang und über dem Meer empor ragte, saß und meditierte. Die Einheimischen bennanten den einzigartigen Baum nach ihm: „Bjankovićs Kiefer“. Er wuchs vor dem heutigen Hotel „Soline“. Leider wurde der Baum beim Bau des Hotels infolge einer nur schwer verständlichen Unachtsamkeit der Arbeiter vernichtet.Anlässlich des 350. Geburtstags von Bischof Bjanković, hat die Regionalabteilung der kroatischen Kultureinrichtung Matica Hrvatska in Brela 1995 schließlich eine neue Kiefer gepflanzt und zu Ehren von Bischof Bjanković eine Gedenktafel errichtet. Das war das Mindeste, was die Bewohner von Brela für diesen Zukunftsvisionär tun konnten!

Einer der ersten Versuche, Brela an den Tourismus heranzuführen, geht auf den Abt Anđelo Cvitanović zurück, der Priester in Baška Voda war. Er trieb die Gründung der „Gesellschaft zur Entwicklung und Förderung des Wohlstands in Dalmatien“ weiter voran, die von Graf Aratzki ins Leben gerufen worden war.Abt Anđelo schreibt Graf Aratzki am 18.3.1897, dass er ihm „als Kroate, geborener Sohn dieser Erde, seine Hochachtung zolle und ihn als providenziellen Erneuerer des Wohlstands des schönen und gebändigten Dalmatiens sehe“. Weiter schreibt Abt Anđelo: „Ich bin überzeugt, dass ganz Dalmatien Eurem Hochwohlgeboren gut bekannt ist. Dennoch wage ich es, Euch eine Rarität Dalmatiens vorzutragen, die auf ihre Art nicht nur romantisch, sondern auch als Sommerdomizil und ganzjähriger Kurort interessant ist. Diese seltene Schönheit befindet sich im Dorf Brela, neben Baška Voda, westlich der Stadt Makarska, in Richtung östlichem Teil der Insel Brač. Dort findet man in Meeresnähe dichten Nadelwald (Pinus) vor, in dem man unbeschwert wandern und sich in dessen Schatten abkühlen kann, hier ist die Meeresküste sehr malerisch und zum Baden geeignet. Das Klima ist mild, da Orangen und Zitronen im Freien gedeihen und in der Umgebung wurden Weinreben, Feigen-, Sauerkirsch- und Apfelbäume sowie andere Obstarten gepflanzt. Hier wird noch ein kleines Kloster der ehemaligen Mönche des Philiper-Ordens betrieben … All dies brachte mich dazu, Eurem Hochwohlgeboren diesen schönen Ort zu beschreiben. Als Laie will ich keine Kosten scheuen und einige Orte mit meinem kleinen Fotoapparat fotografieren.“

Pater Anđelo lässt Graf Arazki auch ein Foto von Baška Voda zukommen, wo er als Pfarrer tätig war. So hat ein weiterer Visionär, der sich der Schönheiten Brelas bewußt war, erkannt, dass diese Schönheit der Grundstein für eine umfassende touristische Entwicklung sein kann. Sein Name dürfte in Bela nicht vergessen werden und man kann nur bedauern, dass keine Straße den Namen von Anđelo Cvitanović erhalten hat. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, verbrachten vereinzelte, besser stehende Familien aus Zadar, Split und Triest kürzere Aufenthalte in Brela. Darunter blieb besonders die Familie De Franceschi aus Triest in Erinnerung. Das Jahrzehnt nach dem Ersten Weltkrieg brachte der touristischen Entwicklung in Brela unterdessen nichts.

Erst gegen 1930 ist ein interessanter Vorfall verzeichnet. Königin Marija Karađorđević, eigentlich eine rumänische Prinzessin, reiste mit ihrer Eskorte die Adriaküste entlang. Als sie die Wälder und Strände von Brela entdeckte, machte sie Rast und war so bezaubert von dem, was sich ihr dort bot, dass sie lange an der Straße saß und diese einzigartige Landschaft betrachtete. Gleich danach hatte sie den Wunsch, in Brela ein Schloß zu errichten.

Die Ankunft von Wasserflugzeugen mit verschiedenen Fachleuten an Bord, häufte sich, das Wasser wurde analysiert, die klimatischen Gegebenheiten sowie die Beschaffenheit des Bodens und bald darauf wurde über die Pacht eines Grundstücks verhandelt. Doch am Ende wurde doch nichts aus der ganzen Sache, da sich die offizielle Politik einschaltete, die nicht zulassen konnte, dass solch ein Objekt auf kroatischem Boden errichtet wurde. Und so wurde das Schloß letztlich in Miločer, an der montenegrinischen Küste, gebaut.
 

Die Anfänge des organisierten Tourismus begannen mit der Eröffnung der ersten Pension, die den Namen „Soline“ trug. Sie wurde 1932 von der Tschechin Maša Chmelikova aus Prag im unbewohnten Haus der Gebrüder Filip und Mirko Filipović eingerichtet.Ihrem Beispiel folgten schon bald die Einheimischen mit der Eröffnung familiärer Pensionen in bereits bestehenden Häusern in Meeresnähe und durch den Bau neuer Häuser, die für diesen Zweck bestimmt waren. So begann auch Filip-Pile Filipović, dessen Haus nur einen Sprung von der Pension der Frau Chmelikova entfernt war, mit der Zeit auch Dr. K.Filipović, anschließend Ljubo Žamić, der ein neues Haus bauen ließ, ebenso wie Stanko Bekavac mit seiner Frau, Joška, einer Tschechin, die in der Pension „Soline“ beschäftigt war. In all diesen Objekten konnte man Vollpension buchen, da es keine andere Verpflegungsmöglichkeit gab. Nur wenige Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs haben die Gebrüder Ivan und Jozo Beroš aus Baška Voda ein ebenerdiges Objekt errichtet und darin das erste Selbstbedienungsrestaurant eröffnet. Heute ist darin das Restaurant „Palma“ untergebracht.

Zu dieser Zeit gab es weder Zufahrtswege, noch Anlegeplätze. Es gab weder Strom, noch eine Kanalisation. Wenn der Gast mit dem Bus entlang der heutigen Küstenmagistrale angereist war, erwartete ihn ein 1 km langer Abstieg, der nicht viel besser von einem Trampelpfad war. Wenn er mit dem Schiff anreiste, musste er in Baška Voda aussteigen, von dort aus hätte ihn dann ein Bootsmann mit seinem Ruderboot bis nach Brela gebracht. Die Gäste hatten in ihren Zimmern Petroleumlampen und in den Räumen, in denen das Essen serviert wurde, obwohl dies im Freien recht häufig der Fall war, wurde eine Fischereileuchte verwendet, die ihrerzeit als PETROMAX bekannt war.

Schließlich konnte man den Fortschritt sehen. Das Wasser wurde in eigens gebauten Zisternen im Verlauf von Herbst und Winter gesammelt, und anschließend mit Handpumpen abgepumpt. Das Reservoir war auf dem Dachboden des Hauses aufgestellt, von dort aus würde es sich im freiem Fall bis zu den Waschbecken und auf die Zimmer entleeren. Auf jedem Stockwerk gab es zwei englische Toiletten und das war der erreichte Standard.„Zimmer mit fließend Wasser“, war eine sehr erfolgreiche Werbebotschaft zu jener Zeit. Der Preis für eine Übernachtung mit Vollpension betrug damals 50 Dinar pro Person. Gäste waren überwiegend Tschechen, Slowaken und Österreicher, aber aber die einheimische besser gestellte Gesellschaftsschicht. Dies war der Beginn des organisierten Tourismus. Ein Tourismusverband wurde gegründet, der die ankommenden Touristen erfasste und Aufenthaltstaxe berechnete. Büsche wurden in Form geschnitten und ein Spaziergängerweg vom kleinen Fischerhafen bis zum Kap Dugi Rat angelegt, zudem wurden Bänke zum Verweilen aufgestellt. Im damaligen Ortskern, wo sich heute das Restaurant „Palma“ befindet, wurde ein Leuchtmast mit Fischereileuchten aufgestellt, der Abends angezündet wurde und den Gästen den Weg erleuchtete. Es gab auch einen öffentlichen Ordnungshüter, dessen Aufgabe das Anzünden und Auslöschen der Leuchte war und der für Ordnung und Ruhe an den Stränden zu sorgen hatte.

Um sich ein besseres Bild vom damaligen Tourismus machen zu können, muss erwähnt werden, dass 1934 bereits 808 Übernachtungen getätigt wurden! Dabei ist es interessant, eine Fördermaßnahme der damaligen Machthaber zu erwähnen, die dem Tourismus nur zugute kam. Da Tschechen und Slowaken die zahlenmäßig am stärksten vertretende Touristengruppe waren, wurde die sog. „touristische Krone“ eingeführt. Sie ermöglichte Jedem, der nachweisen konnte, dass er Tourist war, einen besonders vorteilhaften Wechselkurs.Einen bedeutenden Beitrag zur weiteren Entwicklung des Tourismus trug die tschechische Familie Machaček aus Daruvar bei, die ein Hotel mit 35 bis 40 Zimmern baute, das später allerdings wieder abgetragen wurde. Heute befindet sich an das Hotel „Soline“ an dieser Stelle.

Das nächste Hotel, das ungefähr die gleiche Kapazität hatte, wurde von Einheimischer errichtet: Von den Gebrüdern Mate und Petar Ribičić. Das war das heutige Hotel „Brela“.
Bald darauf begann das Interesse für Brela rasch zu wachsen, wohlhabende Leute kauften Grundstücke und bauten Ferienhäuser. Dies waren schöne und für diese Zeit luxuriöse Villen. Darunter lassen sich die Villen der Unternehmer Šojat und des Ingenieurs Batušić, des Arztes Grlić, des russischen Emmigranten Tarhov, des Börsenmaklers Smičiklas (heute das Restaurant „Rajski vrt“ [Paradiesgarten]), der Botschafter Grisogon, der Professor Sokolović, der Familie Machaček ("Marženka"), des Publizisten Vilović und ein bescheideneres Haus des bekannten Universitätsprofessors Apsen aufzählen.Ein kleines Haus hatte auch ein gewisser Herr Rier aus Prag erbaut, an den sich die älteren Bewohner von Brela erinnern, da er als Erster den Kanal zwischen Brela und Brač durchschwommen hatte – obwohl er aus dem Ersten Weltkrieg eine Kriegsbehinderung davon getragen hatte, bei der ihm ein Bein amputiert worden war. Er wurde von einem Ruderboot begleitet.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam die touristische Entwicklung in Brela vollständig zum Erliegen.

Nach dem Krieg war alles verlassen, hinzu kam, dass es immer noch weder Zufahrtsstraßen, noch Strom, Wasser oder eine Kanalisation gab. Dennoch kamen die Touristen nach und nach. Mit den friedlichen Zeiten erhob sich der Tourismus erneut wie Phönix aus der Asche. In den ersten Jahren kamen vor allem einheimische Touristen. Interessant ist, dass sie ihre Lebensmittel mit sich brachten, da sie diese infolge der Rationalisierung hier nicht erhalten konnten. Sie kochten selbst und manchmal bezahlten sie ihren Aufenthalt auch in Form von Lebensmitteln. Von der Nationalisierung von Objekten in Privatbesitz, einer gängigen Praxis kommunistischer Regierungen, waren zunächst die Hotels Machaček und Ribičić, sowie einige Villen betroffen. Auf deren Grundlage wurde das Hotelunternehmen Brela geschaffen.

Zu Beginn der 60er Jahre reisten zunehmend auch ausländische Touristen an, vor allem Deutsche und Österreicher. Man machte sich an die Umsetzung großer Infrastrukturprojekte: Strom wurde eingeführt, eine Straße und ein kleiner Hafen wurden gebaut und schrittweise wurde die Wasserversorgung geregelt. Zunächst wurde eine Wasserleitung zum Hotel „Soline“ (das ehemalige Machaček) gelegt, indem man eine Quelle in Soline nutzte, anschließend wurden Quellen in Baška Voda, erschlossen damit schließlich eine regionale Wasserleitung entlang der Makarska Riviera entstehen würde, die aus dem Fluss Cetina gespeist wird, nachdem das Problem mit der Kanalisation gelöst worden war. Zu dieser Zeit schlug der Tourismus entlang der gesamten Küste von Brela Wurzeln, mit neuen touristischen Orten:  Podrače, Stomarica, Podcrkavlje und Jakiruša, wo eine große Zahl schöner und sehr behaglicher Privatpensionen, Restaurants und Buffets sowie das Hotel „Pelegrin“ untergebracht waren. Damit endet die Geschichte über die Entwicklung des Tourismus in Brela, es bleibt seine hervorragende Gegenwart und sicherlich noch bessere Zukunft!

Zuletzt muss unterstrichen werden, dass neben den natürlichen Ressourcen, die Menschen den bedeutendsten Entwicklungsfaktor darstellen. Für die Bewohner von Brela lässt sich sagen, dass sie drei Eigenschaften kennzeichnen: Sie sind außerordentlich fleißig, in jeder Hinsicht Perfektionisten und zudem übernehmen sie mit Leichtigkeit Neuerungen, die ihnen zusagen.Es grenzt an ein Wunder, dass eben jene Menschen, die bis gestern noch an die Bestellung der Erde gebunden war, zu vorbildlichen Unternehmern im Bereich Tourismus und Gastwirtschaft herangewachsen sind, als würden sie sich bereits seit Generationen damit beschäftigen. Ihre Häuser sind mit viel Geschmack für Schönheit und Harmonie eingerichtet, der Empfang von Gästen und der Umgang mit Ihnen ist auf einem bemerkenswert hohem Niveau, was die Medaillen und Plaketten beweisen, die Gästen überreicht wurden, die bereits seit 20 oder mehr Jahren in den gleichen Häusern in Brela zu Gast sind. Viele kommen, um hier ihre Geburtstage zu verbringen und wir hatten sogar den Fall, das eine Goldene Hochzeit in unserer Kirche der Mutter Gottes von Karmel gefeiert wurde. Sicher ist, dass sich Brela mit solchen Gastgebern keine Sorgen um seine touristische Zukunft machen muss!
 
dr. Ozren Žamić

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